• Anja Jacobsen

Wie du atmest, so lebst du

Updated: Mar 16


Stell dir vor, du bekommst die Möglichkeit, ein Leben in Gesundheit, Freude, Lebendigkeit, Energie und Ausgeglichenheit zu leben. Möchtest du? Nichts leichter als das - atme!


Ich wünsche mir von tiefsten Herzen, dass jeder Mensch in den Genuss einer tiefen vollen Atmung kommt und das tut, was er seit der ersten Sekunde seines Lebens getan hat. Das Gefühl, was wir dabei empfinden, ist voll Frieden, Ruhe und Einssein mit sich selbst. Warum gönnen wir uns das nicht öfter?


Das zuständige Organ für unsere Atmung sind die Lungen. Die Hauptaufgabe der beiden Lungen ist der Gasaustausch. Die Einatmung bringt frische, sauerstoffhaltige Luft tief in die Lungen und versorgt das Blut und somit unseren Körper mit O2 und die Ausatmung transportiert CO2 aus dem Blut ab und befördert die verbrauchte, kohlendioxidreiche Luft nach aussen. Der Gasaustausch in der Lunge ist überlebenswichtig, denn der Körper braucht Sauerstoff für die meisten Stoffwechselvorgänge in den Zellen.


Die meisten Menschen betrachten den Atemrhythmus als genau das - als einen reinen Vorgang, um zu überleben. Das ist zwar richtig, doch Atmung kann so viel mehr. Lass mich ein bisschen ausholen. Bestimmt hast du schon von Sympathikus und Parasympathikus gehört. Sympathikus und Parasympathikus werden als Teil des vegetativen Nervensystems, auch autonomes Nervensystem genannt, als Gegenspieler betrachtet. Der Sympathikus wird aktiv, wenn unser Reptiliengehirn aktiviert wird und reale oder vermeintliche Gefahr droht. Für diesen urgeschichtlichen Instinkt braucht der Körper Energie, weshalb Stresshormone wie Adrenalin, Cortisol oder Noradrenalin ausgeschüttet werden. Das Herz schlägt schneller, die Atmung wird flacher. Alle Funktionen, u.a. das Immunsystem und die Verdauung, die in diesem Überlebensmechanismus nicht gebraucht werden, werden heruntergefahren. Der Parasympathikus oder auch Vagus Nerv genannt, hingegen beruhigt uns, verdaut Nahrung, um Energie bereitstellen zu können, wir kommen zur Ruhe. Der Körper bekommt die Möglichkeit der Selbstheilung, Erholung, Regeneration, Kontakt und Kommunikation.


Ich atme ein. Und komme zur Ruhe. Ich atme aus. Und lächele. Heimgekehrt in das Jetzt wird dieser Moment ein Wunder. Thich Nhat Hanh

Nun sind der Sympathikus und der Parasympathikus Teile unseres autonomen Nervensystems, das heißt wir können sie nicht mit unserem Willen steuern. Außer mit der Atmung! Unseren Vagus Nerv können wir trainieren. Ist er stark ausgeprägt, dann kann sich der Körper nach Stress gut erholen, Herzfrequenz, Atmung, Blutdruck, Verdauung laufen ideal ab. Ein schwacher Vagus hingegen geht mit Entzündungen, einer erhöhten Anfälligkeit für Erkrankungen, negativen Emotionen bis hin zu Depression, Herzinfarkten oder Schlaganfällen einher. Befinden sich Sympathikus und Parasympathikus in Balance ist alles okay. In einem Atemzug aktivieren wir sowohl Sympathikus, als auch Parasympathikus. Einatmung = Sympathikus, Ausatmung = Parasympathikus.



Bei den meisten Menschen der westlichen Zivilisation läuft der Sympathikus allerdings permanent auf Hochtouren. Viel zu arbeiten gilt als erstrebenswert. Burnout ist fast schon eine Modeerscheinung. Es geht um höher, schneller, weiter. Ich habe mit Menschen gearbeitet, die ihren Job mit Hochleistungssport verglichen. Entweder du performst ganz weit oben oder du kannst einpacken.

Ich habe nichts gegen große Herausforderungen. Ich weiß von mir selber, wie ich mich an einer Aufgabe festbeißen kann. Wie ich vor einer Premiere auf Hochtouren laufe. Wie ich bei einem Filmdreh die ganze Nacht voll Power durcharbeiten kann. Wie ich bei meinen Kindern in ihrer Babyphase ein gutes Jahr lang keine einzige Nacht durchgeschlafen habe. Wenn der Körper und unser System nach einer Hochphase die Möglichkeit für Erholung und Regeneration bekommt, spricht nichts dagegen, auch mal Gas zu geben. Wenn die Hochphase in deinem Leben ein Dauerzustand ohne Regeneration und Erholung wird, bekommst du über kurz oder lang ein Problem. Auf irgendeine Weise wird dein Körper sich bei dir melden.


Still sitzen und atmen wird heutzutage als Hobby weitestgehend unterschätzt.

Ich rate dir - fang an zu atmen. Richtig zu atmen. So simpel kann das sein. Sauerstoff kostet nichts. Er ist umsonst und die schönste Droge, die du kriegen kannst. Wir atmen sowieso. Wir müssen nur die Qualität unserer Atmung verändern. Wir dürfen das kleine 1x1 der Atmung lernen. Welche Atmung nützt uns in welchen Situationen? Wann aktiviere ich was? Was ist der Unterschied zwischen Bauch- und Brustatmung?


Interessant ist, dass vielen Menschen anfangs schwindelig wird, wenn sie eine tiefe und volle Atmung ausprobieren. Ihr System ist an das Mehr an Sauerstoff überhaupt nicht mehr gewöhnt! Dabei kommt ein Großteil der Menschen in perfekter Balance auf die Welt. Babys können stundenlang schreien ohne heiser zu werden. Babys atmen keine kleinen Streßhäppchen. Wenn wir auf die Welt kommen, sind wir noch in der Lage mit jedem Atemzug unserem Körper diese feinstoffliche Nahrung in vollem Umfang zur Verfügung zu stellen. Denn das ist Atmung - feinstoffliche Nahrung.

Wenn wir aufwachsen, wird um uns herum ein Regelwerk aufgestellt, das uns in ein enges Korsett schnürt. Kindern wird beigebracht, in welcher Lautstärke sie sich zu äußern haben. Was von ihrer Umgebung als angenehm oder unangenehm angesehen wird. Wir haben wahrscheinlich alle bereits erlebt, dass in anderen Ländern ein ganz anderer Lautstärkepegel herrscht. Jedes Land hat seinen eigenen Lautstärke Wohlfühlpegel.

Aber wenn du dich mit deiner Atmung auf Diät setzt, beschneidest du dein Leben massiv! Denn eine tiefe volle Atmung geht mit Lebendigkeit einher. Mit Freude und Glück. Mit dem authentischen Ausdruck der Persönlichkeit. Mit Mut und Risikobereitschaft. Mit Flexibilität. Mit Energie. Plötzlich fühlst du dich euphorisiert. Und kannst Bäume ausreißen. Und das kann so einfach sein. So simpel.



Ich kann dich nur einladen, verschwenderisch mit deiner Atmung umzugehen. Dein erster Schritt sieht so aus, dass du die Atmung aus der Schublade der unbewussten, automatischen Vorgänge, um die du dich nicht kümmern musst, herausholst und sie dir bewusst machst. Das kannst du machen, während du im Bus sitzt oder auf die Straßenbahn wartest. Am Computer sitzt oder im Bett liegst. Wie atmest du? Kannst du deine Atemzüge spüren? Und jetzt atme ein bisschen bewusster ein und aus. Verlängere die Einatmung mal ein kleines bisschen und verlängere deine Ausatmung.


Der nächste Schritt ist, dass du dir ein paar Minuten Zeit nimmst. Dich flach auf den Boden, dein Sofa oder dein Bett legst und eine Hand auf die Brust und die andere auf den Bauch legst. Jetzt atme tief ein. Was beobachtest du? Hebt sich dein Bauch oder deine Brust? Oder beides? Und nun versuche mal, den Sauerstoff zuerst in deinen Bauch einzuatmen und danach in die Brust hochsteigen zu lassen und den letzten Rest in die Schultern und deinen Kopf fließen zu lassen. Bauch, Brust, Kopf. Und dann wieder ausatmen. Aus dem Kopf und den Schultern, der Brust und dem Bauch. Und wieder einatmen. Ausatmen. Einatmen.


Die Art, wie wir ein- und ausatmen, verrät eine Menge über unsere Lebenseinstellung. [...] Bei Furcht und anderen ausgeprägten negativen Emotionen ziehen sich verschiedene Körperteile zusammen; der Atemstrom und damit auch die Energiezufuhr werden gehemmt, um derlei negativen Gefühlen möglichst wenig Raum zu lassen. Empfinden wir hingegen Erfreuliches, strömt der Atem kräftig und lang anhaltend, damit wir vermehrt Energie aufnehmen und das Gefühl auskosten können. Dennis Lewis, Das Tao des Atmens

Vertraue deinem Körper. Vertraue deinem Urinstinkt. Lass sie Atmung immer tiefer und voller werden. Komm in den Atemflow. Vielleicht beginnen mit der Atmung auch deine Emotionen zu fließen. Alle Emotionen sind willkommen. Das ist Lebendigkeit. Das ist deine Energie.

Wenn du deine Atmung aktivierst, aktivierst du gleichzeitig dich. deine Power und Energie. Deine Ruhe und Gelassenheit. Deine Weisheit und dein inneres Wissen. Deine Souveränität und deine Präsenz. Deine Gesundheit.

Sobald ich mich angeschlagen fühle, intensiviere ich mein Atemtraining. Wenn ich die ersten Symptome mal ignoriere und das nicht tue, lege ich mich spätestens dann hin, wenn ich krank bin und atme. 1-2 Mal am Tag ca. 30-40 Minuten. Nach spätestens 2 Tagen bin ich gesund und fit wie ein Turnschuh.

Atem ist ein Allheilmittel. Und es wird weitestgehend unterschätzt. Wenn du dir jeden Tag 2-3 kleine Momente gönnst, in denen du dich deiner Atmung widmest, wirst du gar nicht anders können, als eine Veränderung zu bemerken. Und du wirst mehr wollen. Herzlichen Glückwunsch! Das ist der Beginn deiner Lebendigkeit.




Workshops

UPDATE!!!!! THE POWER OF BREATHING wird am 29.03.2020 12-14.30H ONLINE stattfinden.

Tickets bekommst du HIER. Das Webinar wird aufgezeichnet und ab dem 30.03.2020 allen Teilnehmerinnen uneingeschränkt zur Verfügung gestellt.


Ich kann noch nicht sagen, wann es wieder Workshops und Coachingklassen vor Ort geben wird.

LASS UNS ZUSAMMEN ATMEN! Am 23.03.2020 gibt es die Power Voice::Coachingklasse ATMUNG in Berlin. Danach bist du ein anderer Mensch. Versprochen!


PREVIEW - Du darfst dich schon mal freuen! Im April 2020 gibt es nach langer Zeit endlich wieder einen Intensivworkshop ATEM, STIMME, PRÄSENTATION. Termin wird bald bekannt gegeben.


HIER gehts zu den Workshops. Ich freue mich auf DICH!


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