KREATIVITÄT, das Fluid des Lebens


Kreativität wohnt in jedem Menschen. Wir kommen als kreative Wesen auf die Welt und drücken sie in mannigfaltigen Arten und Weisen aus. Es ist unser Geburtsrecht und unser Lebenselixier. Kreativität, das Fluid des Lebens.


Der kreative Vorgang ist für mich wie das Öffnen einer Tür - in meinem Kopf, in meinem Herzen, in meiner Seele. Und dann lasse ich fließen. Ich werde überschwemmt mit Ideen, Einfällen, Bildern, Worten. Sie kommen, wenn ich in die Stille gehe und voll Offenheit und Neugier abwarte. Oder sie überraschen mich zwischendrin, wenn ich Zähne putze beispielsweise, der Gedanke für meinen nächsten Film, für meinen nächsten Kurs, ein Gedicht, eine neue Rolle. Die Inspiration springt mich an. Kreativität, das ist Leichtigkeit. Das ist den Flow reiten. Eins ergibt das Andere. Plötzlich entsteht ein Bild, ein Buch, ein Film, ein Kurs, eine Rolle.


Alles ohne muss. Sobald ein Muss dazukommt, steht das Karussell still. Sobald ich mit Druck erzwingen will, geht gar nichts mehr. Dann wird`s eng. Dann wird`s schwer und anstrengend. Das ist das Schönste an der Kreativität. Sie erblüht in der Freiheit, im Spaß, in der Freude. "Kreativität ist der Spaß, den man als Arbeit verkaufen kann kann.", schreibt Andy Wahrhold. Genau so. Aber das sind wir nicht mehr gewöhnt. Wir werden von klein auf auf Leistung getrimmt. Auf Bewertungen. Auf Druck. Auf Erfolg.

In 2 Tagen gehe ich auf den Elternabend meiner Tochter. Sie ist in die dritte Klasse gekommen. Jetzt sollen die Eltern darüber abstimmen, ob sie Noten für ihre Sprösslinge als sinnvoll erachten. In den letzten Jahrgängen haben sich die meisten Klassen für Zensuren entschieden. Wozu brauchen 8, 9 jährige Kinder Noten, frage ich mich. Hand auf`s Herz - es sind nicht die Kinder, die Noten brauchen, es sind die Eltern. Erwachsene wollen schwarz auf weiß sehen, welche Leistungen ihr Kind erbringt. Und haben alle möglichen Erklärungen dafür, zum Wohle des Kindes, blablabla.


Kreativität ist ein menschlicher Reflex. Smudo

Leistung in welchem Kontext? Es bedarf immer wieder meine ganze Aufmerksamkeit, auf meine Intuition zu hören, auf meine Erfahrung, auf meinen Instinkt - ja, auch auf meinen Instinkt als Künstlerin. Meine Tochter lernt am leichtesten im Spiel. Während ich diesen Artikel schreibe, sitzt sie neben mir. Ist heute nicht in die Schule gegangen - Erkältung. Also habe wir auf den Stundenplan geschaut, 2 Stunden Deutsch, eine Stunde Mathe, eine Stunde Spanisch, eine Stunde Sachkunde. Also ist wieder Homeschooling angesagt.

Ich lege ihr Aufgaben vor und sie rechnet. Nach 30 Minuten ist sie ko. Unkonzentriert und weinerlich. Okay, machen wir eine Pause. In der "Pause" holt sie ihr Bastelpapier raus. Faltet in Windeseile zuerst 3 Hundeköpfe. Dann entsteht ihr Buch "Der kleine Welpe". Sie tackert, kreiert, malt und schreibt. Überlegt wie man "sieht" schreibt, operiert mit den Rechtschreibregeln, die sie bereits gelernt hat. Ihre Vision - heute Abend kann sie ihr Buch ihrem Bruder vorlesen. Seit 1 Stunde arbeitet sie fieberhaft an ihrem Buch. Ich weiß - hätte ich versucht, mit ihr eine reguläre Deutschstunde nach Schulbüchern und Arbeitsblättern zu machen, wäre die Konzentration und vor allem die Motivation nach spätestens 35 Minuten wieder im Keller gewesen.

Da ist sie wieder - die Kreativität. Der Spaß. Die Freude. Das Spiel. Die Leichtigkeit. Dabei bedeutet leicht, nicht unbedingt einfach. Da wird radiert, der Gehirnschmalz raucht, das Werk entsteht unter Einsatz höchster Intensität, voller Inbrunst.




Kreativität ist der Schlüssel zu empfangen und entstehen zu lassen. Stellen wir uns es so vor - Die Möglichkeit für das Buch "Der kleine Welpe" gab es bereits in der Matrix, im Feld, im Meer aller Möglichkeiten. Durch die Freiheit, durch den Raum, durch den Freiraum der "Pause" gab es die Möglichkeit des Empfangen und Erschaffen. Für das Empfangen brauchen wir die Öffnung, das Zulassen, das Nichtstun.

Stellen wir uns Ideen, Inspirationen, Gedanken, Möglichkeiten als unsichtbare Blubberblasen vor, die uns unablässig umschwirren. Erlauben wir ihnen durch Stille, Freiraum und Aktivitäten, die unsere Gehirnwellen auf Theta eintunen, in unsere Nähe zu kommen, öffnen wir uns buchstäblich dem Blubber, docken die Blasen an. Deine Verantwortung: die Umsetzung. Unsichtbares sichtbar machen.

Erschaffen ist ein heiliger, magischer Akt.


Sichtbar machen, hat mit Vertrauen zu tun. Vertrauen in den Flow. In das Unerklärliche. Die Magie. Vertrauen darin, dass die Umsetzung der Blubberblasen wichtig und wertvoll ist. Dass das Ergebnis Sinn ergibt, auf Zustimmung stößt und im besten Falle einträglich ist. Oftmals wollen wir den Erfolg, die Bestätigung und die Sicherheit, bevor wir uns an die Umsetzung machen. Wir wollen kontrollieren, was und wie wir etwas kreieren. Kontrolle und Bewertung, einen Plan zu haben, fühlt sich sicherer an, als im freien Fall zu schweben. Aber mit dem Plan in der Hand, wirst du niemals fliegen. Du wirst damit beschäftigt sein, deinen Plan zu verfolgen. Die Aufmerksamkeit ist gebunden. Die Blubberblasen können dich gar nicht mehr erreichen. Es ist, als ob du dir einen unsichtbaren Ganzkörperanzug überstreifst und hektisch mit den Armen herum wedelst, um die Blasen zu vertreiben. Um immun gegen Blubberblasen zu werden. Immun gegen die Flausen in deinem Kopf.


Ideen kommen von selbst, wenn man ihnen die Möglichkeit dazu gibt; es ist genau wie mit dem Regen: Wenn man sich bei Regenwetter lange genug ins Freie stellt, wird man naß, ohne etwas dazuzutun. Cossmann

Meine Tochter ist fest davon überzeugt, dass ihr Buch toll ist. Sie ist engagiert, euphorisiert und hat es mir mittlerweile zum 7 Mal vorgelesen. Jetzt kommen die weiteren Pläne - sie kopiert das Buch, das Original behält sie, die weiteren Exemplare verkauft sie. Das passiert just in diesem Moment, ich denke mir das nicht aus. Ich beobachte, lasse es auf mich wirken und fasse es in Worte. Meine Tochter und ihr Buch, meine persönliche Blubberblase, als ich mich hinsetzte, um über Kreativität zu schreiben.

Ich warte nur noch auf die Gleichungen, die jetzt folgen. Wie viel wird das Buch kosten? Wie oft muss sie es verkaufen, um die Summe x zu erhalten? Alles, ohne mein Zutun. Jetzt stell dir mal vor, ich würde das alles benoten... Diesen Eifer, diese Euphorie, diese Begeisterung. Wozu?


Bewertung und Benotung hat immer etwas mit Vergleich zu tun. Und das hält uns klein. Sicherlich wird es Kinder geben, die ordentlicher schreiben, weniger Rechtschreibfehler machen, schneller arbeiten. Ja, und? JA UND? Ganz ehrlich - wie oft vergleichen wir uns? Wie oft schneiden wir in unserer eigenen Bewertung schlechter als alle anderen ab? Wie oft schielen wir nach rechts oder links und denken uns unseren Teil? Wie oft bewerten wir unser Tun als mittelmäßig, langweilig, überflüssig, uninteressant. Wir brauchen die äußere Bestätigung, den (finanziellen) Erfolg, die Fans, die Kundenbewertung, um uns und unserem Wirken über den Weg zu trauen.

Kreativität ist immer einzigartig. Dein Ausdruck, dein Werk, deine Ideen, dein Schaffen ist immer einzigartig. Und genau das ist es, warum du wirken MUSST. Weil niemand, niemand genau deins erschaffen wird, auf deine Art und Weise. Weil niemand deine Blubberblasen genauso umsetzen wird, wie du. Und wenn du es nicht tust, in deiner Einzigartigkeit und Individualität fehlt etwas auf dieser Welt. Oder um es auf den Punkt zu bringen - es ist unterlassene Hilfeleistung, die du betreibst. Irgendwo auf dieser Welt gibt es Menschen, die brauchen genau dich für ihren Weg und ihre Entwicklung. Deine Worte, deine Energie, deinen Blick, deine Hände, deinen Ausdruck, dein Wirken.



Ja, es erfordert Mut, zu deiner Einzigartigkeit zu stehen. Statt mit voller Inbrunst und Vertrauen in die Welt hinaus zu gehen, bleiben wir gerne in Eventualitäten, Zweifeln, Ausreden und Bedenken stecken. Beschneiden uns. Bewerten uns. Machen uns abhängig von der Meinung anderer. Wie viele Blubberblasen hast du schon an dir vorbei ziehen lassen?

Dahinter steht die Angst vor dem Versagen. Angst, abgelehnt zu werden. Angst, etwas falsch zu machen. Angst, nicht gut genug zu sein. Aber was ist schon falsch? Was ist denn gut genug? Richtig und falsch sind Bewertungen, in den meisten Fällen mit riesigem Interpretationsspielraum. Es ist erschreckend, wie viele Menschen ihre eigene Wahrheit unterdrücken, um nicht aufzufallen und abgelehnt zu werden. Wir werden auf harte Arbeit trainiert, auf Leistung, Zähne zusammenbeißen und durch. Arschbacken zusammenkneifen. Kreativ sein dürfen nur die "Künstler". Dabei lauert Kreativität hinter jeder Straßenecke. Du musst kein/e Künstler*in sein, um kreativ zu leben. Kreativität wohnt in jeder, in jedem von uns. Es ist ein menschlicher Reflex. So wie die Atmung. Unterdrücken wir das Atmen, sterben wir. Unterdrücken wir die Kreativität, sterben wir innerlich.


Um ein Leben voller Kreativität zu leben, müssen wir unsere Angst vor dem Versagen ablegen. Joseph Pierce

Du darfst dein größter Fan werden.


Alles, was du dir wünscht, brauchst, willst, träumst, trägst du in dir. Erinnere dich doch mal, was du als Kind getan und geliebt hast. Mach dir eine Liste, die so aussehen könnte:


- Auf der kleinen Brücke Stöcke ins Wasser werfen

- Gute Nacht Geschichten hören

- Tropfburgen am Strand bauen

- Phantasiesprachen sprechen

- Kastanien sammeln und lustige Streichholztiere basteln

- Kakao mit Sahne trinken

- Kämpfen und toben

- Höhlen bauen

- Verstecken spielen

- Verrückte Geschichten erfinden


Und dann? Dann machst du genau das. Baue dir eine Höhle und trinke dort einen Kakao mit Sahne.

- Das ist doch nicht kreativ, das ist albern.

Und schaue mal, welche Blubberblasen dir in der Höhle begegnen.

- Das ist ja völlig absurd. Ich habe überhaupt keine Zeit für so einen Unfug.

Und welche Widerstände und Ängste. Vielleicht Angst, albern zu sein.

- Wovor soll ich den Angst haben? Ich habe keine Angst. Ich verstehe nur den Sinn nicht. Wozu lese ich den Quatsch denn überhaupt noch?


Enjoy & follow the bubbles! Ich liebe dich aus tiefstem Herzen. Es ist ein großes Glück, dass es dich auf dieser Welt gibt.





Workshops

RIDE THE FLOW ❤❤❤ Der nächste POWERCOACHINGCALL für Künstler*innen und Kreative oder alle, die ihr kreatives und künstlerisches Wirken fördern wollen, findet am 27.08.2020 / 11-14h online statt.

Für eine Anmeldung schreibe mir eine Mail an: info@anja-jacobsen.de

Das Webinar wird aufgezeichnet und allen Teilnehmer*innen im Nachgang uneingeschränkt zur Verfügung gestellt.

Mehr Infos findest du unter: https://www.anja-jacobsen.de/ride-the-flow



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